Foto: Claudia Lippert

Geothermie

Geothermie, auch Erdwärme genannt, ist die unterhalb der Erdoberfläche gespeicherte Wärmeenergie. Diese kann für das Beheizen von Gebäuden verwendet werden. Geothermie ist zuverlässig, grundlastfähig, landschaftsschonend, klimaneutral und nach menschlichem Ermessen unerschöpflich.


Es gibt verschiedene Geothermieanlagen. Diese werden nach Bohrtiefe wie folgt unterschieden:

Oberflächennahe Geothermie

Die oberflächennahe Geothermie nutzt Bohrungen bis in 400 m Tiefe. Eine Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert in einem Rohrsystem im Untergrund und nimmt die Wärme aus dem Boden auf. Diese Wärme wird an eine Wärmepumpe abgegeben. Typische Systeme sind Erdkollektoren und Erdwärmesonden.

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Tiefe Geothermie

Hydrothermale Systeme nutzen tiefliegende wasserführende Schichten zur Energiegewinnung. Die Reservoire in Deutschland sind in großer Zahl erschlossen. Petrothermale Systeme nutzen die Tiefengesteinswärme. Diese Ressourcen sind derzeit noch nicht wirtschaftlich nutzbar.

Geothermie in Brandenburg

In Brandenburg gibt es mehr als 10.000 oberflächennahe Geothermieanlagen. Sie haben eine Kapazität von durchschnittlich 7 kW, womit beispielsweise ein Einfamilienhaus komplett beheizt werden kann. In energieeffizienten Neubauten oder bei Umrüstung wärmetechnischer Anlagen in Bestandgebäuden wird mittlerweile vermehrt auf die Erdwärmenutzung gesetzt.

Geothermie-Forschungsplattform Groß Schönebeck: Auf der Forschungsplattform des GeoForschungsZentrums (GFZ) gibt es Bohrungen zur Nutzung der Erdwärme mit Tiefen von 3,9 und 4,4 km. Dort werden alle Stufen der geothermischen Energiebereitstellung unter natürlichen Bedingungen wissenschaftlich untersucht.

Erdwärmesonde Prenzlau: In Prenzlau wird eine tiefe Erdwärmesonde betrieben, deren Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist wird. Die Anlage mit einer Leistung von ca. 500 kW ist 1994 in Betrieb gegangen und liefert Wärme von jährlich rund 2.900 MWh. Die Bohrtiefe beträgt 2.786 m und die Temperatur des Gesteins liegt bei 108 °C.

Beispiele für große Geothermieanlagen in Brandenburg

  • Uni-Campus in Potsdam/Golm mit einer Leistung von 1,8 MW 
  • Albert-Schweitzer-Haus in Teltow mit 180 kW (Wärmepumpe mit 30 Erdsonden in 99 m Tiefe)

Geothermieportal Brandenburg-Berlin

Das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg betreibt das Geothermieportal.
Es bietet geologische Daten, die Aussagen über die Parameter eines Standortes zulassen. So erhalten Nutzer Informationen zur Verteilung der Wärmeleitfähigkeit im Untergrund, um Geothermieanlagen optimal auszulegen. Das Projekt wurde mit der Unterstützung des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung realisiert.

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