Käse der Bauernkäserei Wolters GmbH, Uckerland Foto: Claudia Lippert

Ernährungswirtschaft

Das Cluster Ernährungswirtschaft umfasst die Ernährungswirtschaft und Teile der Landwirtschaft, Getränkeindustrie, Futtermittelproduktion, Logistik und des Handels. Grundlage der Zusammenarbeit aller Akteure ist ein sogenannter Masterplan, der die konkreten Handlungsfelder beschreibt.


Kennzahlen

Die Ernährungswirtschaft prägen die kleinen und mittelständischen Unternehmen. Mit rund 3.400 Betrieben (Stand 2014), mehr als 57.000 Beschäftigten (Stand 2014) und einem Jahresumsatz von 9 Mrd. Euro (Stand 2014) zählt dieser Wirtschaftszweig zu den bedeutendsten Clustern des Landes. Die stärksten brandenburgischen Unternehmen mit mindestens 20 Mitarbeitern erwirtschafteten im Jahr 2014 folgende Anteile am inländischen Gesamtumsatz: Fleischverarbeitung zwölf Prozent, Milchverarbeitung elf Prozent, Backwaren und Futtermittel je zehn Prozent.

Unternehmen im Cluster Ernährungswirtschaft

Die Unternehmen der Ernährungswirtschaft sind über das ganze Land Brandenburg verteilt. Eine größere Ballung gibt es im Spreewald, in der Prignitz und im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Herausragende Unternehmen und Marken sind EWG Eberswalder Wurst GmbH, Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH, Bäckerei Dreißig GmbH, Uckermärker Milch GmbH und Hemme Milch GmbH & Co. KG sowie die Spreewälder Gurke, der Beelitzer Spargel, das Werderaner Ketchup und die Lausitzer Schokolade.

Förderung der Ernährungswirtschaft

Seit 1990 unterstützt das Land die Entwicklung der brandenburgischen Ernährungswirtschaft mit Fördermitteln und Finanzierungen in Höhe von bislang 563 Millionen Euro. Die Gelder kamen fast 1.000 Projekten zugute und ermöglichten Investitionen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Im Ergebnis entstanden rund 10.000 neue Arbeits- und 700 neue Ausbildungsplätze in Brandenburg.

Forschung im Bereich Ernährungswirtschaft

Die Hauptstadtregion ist bei der Forschungsdichte im Bereich Ernährungswirtschaft führend in Europa. In Berlin und Brandenburg widmen sich sechs Universitäten in verschiedenen Fachrichtungen den Schwerpunkten Lebensmittel, Ernährung, Technologie und Landwirtschaft. Hinzu kommen zehn außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Leibniz Institute, das Deutsche Institut für Ernährungsforschung, das Institut für Getreideverarbeitung und die Milchwirtschaftliche Lehr- und Untersuchungsanstalt Oranienburg. Um die Wettbewerbsfähigkeit der oftmals kleinen Unternehmen und Betriebe zu stärken, können Innovationen in der Ernährungswirtschaft die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft vorantreiben. Ein herausragendes Forschungsprojekt ist das interdisziplinäre Kompetenzcluster für gesunde Ernährung NutriAct. Ein anderes Beispiel ist das Verbundprojekt RegioFoodPlus. Es dient der Entwicklung eines neuen Cloud-basierten Dokumentationssystems für die Regionalität von Lebensmitteln und deren Rückverfolgbarkeit.

Als „Thinktank“ für den Online-Vertrieb von Lebensmitteln fördert das Ministerium das GRW-Netzwerk Marktgenuss.

Weitere Informationen zum Cluster Ernährungswirtschaft bietet die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) sowie die offizielle Clusterseite