Ministerium für Wirtschaft und Energie (MWE)

Staatssekretär Fischer würdigt Leistungen von 125 Altmeistern

Handwerkskammer Cottbus vergibt Diamantene und Goldene Meisterbriefe

Lehde, 5. Juni 2019. Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Hendrik Fischer hat die Leistungen von 125 Altmeistern gewürdigt: Bei einer Festveranstaltung der Handwerkskammer Cottbus zeichnete er heute zusammen mit Kammerpräsident Peter Dreißig 44 Handwerksmeister mit dem Diamantenen und 81 mit dem Goldenen Meisterbrief aus, die vor 60 bzw. 50 Jahren ihre Meisterprüfung ablegten.

Fischer erinnerte daran, dass die Jubilare in ihrem Berufsleben einen wirtschaftlichen Umbruch zu meistern hatten, als sie sich nach der Wende „praktisch über Nacht in einem völlig neuen System zurechtfinden und dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb stellen mussten“. Er dankte den Meisterinnen und Meistern, dass sie „neue Firmen gegründet oder alte Firmen mit neuem Leben erfüllt, Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen und in der Region investiert haben“. 

Das Handwerk habe nach wie vor große Bedeutung, so Fischer weiter: „Die Handwerksbetriebe prägen das Gesicht vieler Dörfer und sind wichtige Arbeitgeber. Alleine im Südbrandenburger Handwerk arbeiten rund 45.000 Frauen und Männer.“ Jedoch stehe Handwerk vor enormen Herausforderungen. Als nur einen Punkt nannte Fischer die Fachkräftesicherung. „Noch vor einigen Jahren sind die Bewerberinnen und Bewerber den Betrieben hinterhergerannt. Heute sind es die Betriebe, die bei den jungen Leuten Schlange stehen. Viele Unternehmen sind inzwischen sehr kreativ, wenn es darum geht, junge Leute zu finden und zu halten. Das ist der einzig richtige Weg“, sagte der Staatssekretär. „Auch wir als Landesregierung haben großes Interesse daran, dass dem Handwerk der Nachwuchs nicht ausgeht. Deshalb haben wir Meisterbonus und Meistergründungsprämie eingeführt. Wir wollen Gesellinnen und Gesellen ausdrücklich zur Meisterschaft ermutigen. Denn der Meistertitel ist und bleibt eine tragende Säule des Handwerks“, erklärte Fischer.

Zudem befinde sich das Handwerk im technologischen Wandel. „Wer heute den Beruf des Dachdeckers erlernt, der wird deutlich seltener aufs Dach steigen müssen als frühere Generationen. Denn heutzutage hat der Dachdecker fliegende Helfer: ferngesteuerte Drohnen, die sich perfekt zur Begutachtung von Dächern eignen“, nannte Fischer ein Beispiel für den digitalen Wandel im Handwerk. Die Landesregierung unterstütze das Handwerk dabei, „sich auf die Digitalisierung einzulassen“, sagte Fischer und verwies unter anderem auf die in diesem Jahr eingerichtete Beratungsstelle, das Digitalwerk.

Künftig würden im Handwerk auch ganz neue Kompetenzen gefragt sein, sagte Fischer. Dennoch seien „nicht die Technologien und Maschinen das Erfolgsgeheimnis des Handwerks, sondern die Tugenden, die seit Jahrhunderten Bestand haben: Fleiß, Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit, höchste Präzision und nicht zuletzt die Leidenschaft für die Sache und die Liebe zum handgemachten Produkt.“

Unverzichtbar seien neben fleißigen Meisterinnen und Meistern aber auch diejenigen, die sich im Haupt- und Ehrenamt in den Gremien der Kammern, in den Innungen und Kreishandwerkerschaften engagieren. „Diese Arbeit ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass wir gut organisierte, professionelle Gewerke haben, die nach höchsten Standards arbeiten“, unterstrich der Staatssekretär.