Ministerium für Wirtschaft und Energie (MWE)

 

Digitalwerk baut dem Handwerk eine Brücke ins digitale Zeitalter

Minister Steinbach und Handwerkskammertagspräsident Wüst heute bei der Eröffnung

Werder/Havel, 16. Januar 2019. „Die Digitalisierung ist nichts Geringeres als die Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts: Kein Unternehmen, kein Wirtschaftszweig kann es sich leisten, das Thema auf die lange Bank zu schieben und damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Doch für Handwerksbetriebe ist der aktuelle Handlungsdruck besonders schwer umzusetzen. Denn die Auftragsbücher sind prall gefüllt, die Personaldecke ist angespannt. Da ist es kaum möglich, sich auch noch mit neuen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Es sei denn, man wird intensiv betreut. Und genau das soll das Digitalwerk leisten. Hier können sich kleine Betriebe individuell beraten lassen, in Praxisbeispiele hineinschnuppern und erfahren, welche weiteren Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.“ Das sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach heute bei der Eröffnung des Digitalwerks, des Zentrums für Digitalisierung im Handwerk und Mittelstand in Werder.

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Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (hintere Reihe, 2. von links). Vorne: Unterschreiben die Kooperationsvereinbarung: Michaela Scheeg, Leiterin des Digitalwerks und Geschäftsführerin des Instituts für Innovations- und Informationsmanagement, Robert Wüst, Präsident des Brandenburger Handwerkskammertages

Das Digitalwerk unterstützt kostenfrei kleine und mittlere Unternehmen in Brandenburg bei der Digitalisierung. An praxisorientierten Erlebnisstationen, in Workshops und Veranstaltungen werden digitale Technologien erlebbar. „Insbesondere für märkische Handwerksbetriebe ist mit dem Digitalwerk eine Anlaufstelle entstanden, um die Möglichkeiten der Digitalisierung besser nutzen und individuelle Digitalisierungsschritte planen zu können“, hob Minister Steinbach hervor.

Der Präsident des Handwerkskammertages des Landes Brandenburg Robert Wüst sagte: „Mit dem Digitalwerk erhält das Handwerk in Brandenburg ein zusätzliches wichtiges Instrument bei der Begleitung im digitalen Zeitalter. Mit der heutigen Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Handwerkskammertag des Landes Brandenburg und dem Digitalwerk sichern wir einen weiteren, schnelleren Abbau von ,digitalen Informationsdefiziten‘ im Handwerk durch praxisnahe Informations- und Workshopangebote. Als Treiber der Digitalisierung in Brandenburg, wie es die jüngste Studie der Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr dem Handwerk attestierte, finden Kammermitglieder im Digitalwerk eine zentrale spezialisierte Anlaufstelle, die ihnen vor allem individuelle projektbezogene Hilfe bietet. Wir begrüßen die finanzielle Unterstützung der Landesregierung beim Aufbau dieses Zentrums ausdrücklich. Gleichzeitig motivieren wir brandenburgische Handwerksbetriebe, das Fachwissen der Digitalisierungsexperten in Anspruch zu nehmen und den damit verbundenen Wettbewerbsvorteil für ihre Unternehmensentwicklung zu nutzen.“

Auch oder gerade weil die Auftragsbücher im Handwerk aktuell gut gefüllt seien, dürfe der Blick für Optimierungsprozesse nicht verloren gehen, so Wüst weiter. „Digitale Maßnahmen schaffen nicht nur neue Kapazitäten und überraschende Geschäftsmodelle auch im Handwerk, sondern sichern zudem den Fachkräftebestand. Denn potentielle Mitarbeiter und vor allem auch junge Menschen schauen sehr wohl darauf, wie ein Unternehmen in dieser Hinsicht aufgestellt ist, bevor sie sich für dieses entscheiden“, unterstrich der Handwerkskammertagspräsident.

Das Digitalwerk ist Teil eines strategischen Handlungsrahmens des Wirtschaftsministeriums, um die Digitalisierung der märkischen Wirtschaft voranzutreiben. Aufgebaut wurde das neue Zentrum vom Institut für Innovations- und Informationsmanagement der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Umgesetzt wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit den brandenburgischen Kammern, Verbänden und der Wirtschaftsförderung des Landes Brandenburg (WFBB). Gefördert wird es mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Neben Halb- und Ganztagsveranstaltungen wird es auch sehr kurze „digital to go“- Formate geben. Dabei wird eine digitale Lösung – beispielsweise Personalplanung, E-Rechnung, 3-D-Druck oder Kundendatenverwaltung, in 15 Minuten erklärt. An Erlebnisstationen können neueste digitale Lösungen anhand von Praxisfällen selbst ausprobiert und gemeinsam durchgespielt werden. Die Unternehmer haben so die Möglichkeit, technische Aspekte einer Lösung im Detail kennenzulernen.

In Brandenburg gibt es bereits zwei weitere Anlaufstellen zur Digitalisierung: das Innovationszentrum Moderne Industrie und das Mittelstand 4.0-Kompetenz­zen­trum, beide angesiedelt in Cottbus. Die Zentren sind sehr gut nachgefragt, jedoch vornehmlich von mittelgroßen Unternehmen. „Das Digitalwerk schließt eine Lücke.  Speziell für kleine und sehr kleine Betriebe wird hier eine Brücke ins digitale Zeitalter gebaut“, sagte Minister Steinbach.

Interessierte Unternehmen können sich beim Digitalwerk melden:

Digitalwerk - Zentrum für Digitalisierung im Handwerk und Mittelstand

Eisenbahnstraße 109 in Werder/Havel (im Bahnhofsgebäude),  

Telefon 03381 355 840

info@digital-werk.org