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Wasserkraft

Schon früh haben Menschen begonnen, aus der Kraft des fließenden Wassers Energie zu gewinnen. In Brandenburg trägt die Wasserkraft in kleinem Rahmen zur nachhaltigen Stromgewinnung bei. Weitere Ausbaupotenziale sind noch vorhanden, wobei es gilt, den Tierschutz im Blick zu behalten. Das Ministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt deshalb einen sinnvollen und ökologisch verträglichen Ausbau der Wasserkraft.


Derzeit sind in Brandenburg fast 5 MW an Wasserkraftleistung installiert. Damit werden jährlich rund 20 GWh Strom erzeugt, genug für rund 7.000 Haushalte.

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Historische Entwicklung

Früher wurde Wasserkraft in Brandenburg ganz traditionell genutzt: Zum Getreidemahlen, zum Holzsägen oder zum Öl pressen. Alte Mühlenstandorte an Flüssen und Bächen sind über das ganze Land verteilt. Meist befindet sich in der Nähe ein Stauwehr oder ein Damm, damit ein gut nutzbares Gefälle entsteht.

Vor etwa 120 Jahren begannen die großräumige Gewässerregulierung und die industrielle Wasserkraftnutzung. Es entstanden große Staustufen, die Wasserräder wurden zunehmend durch Turbinen ersetzt, die direkten Antriebe durch Generatoren und Motoren. Daneben führte die intensive landwirtschaftliche Nutzbarmachung (Melioration) zu vielen kleinen Staustufen in Bächen und Gräben.

Wasserkraftnutzung und Tierschutz

Hindernisse in den Gewässern sind für Fische flussaufwärts unüberwindbar. Flussabwärts können Wasserkraftanlagen und hier besonders Wasserturbinen eine Verletzungsquelle darstellen. Zum Schutz von Wanderfischarten hat die EU im Jahr 2000 die Wasserrahmenrichtlinie, kurz WRRL, erlassen, deren Umsetzung in Deutschland das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) regelt. Beide stellen hohe Anforderungen an die Wasserkraftnutzung. Moderne Wasserkraftanlagen müssen den Fischen sichere Wege für Aufstieg und Abstieg bieten, sonst erhalten sie keine Genehmigung.

Potenzial weiter ausbauen

Brandenburg hat viele Seen, aber keine Gebirge mit Bächen und Flüssen wie beispielsweise Thüringen oder Bayern. Das Potenzial ist daher zwar klein, die Wasserkraft dennoch eine beständige Energiequelle. Richtig eingesetzt leistet sie ihren Beitrag zur CO2-Vermeidung und zur Milderung der Netzschwankungen von Wind- und Sonnenenergie.

Aktuell verfügt Brandenburg noch immer über große Staustufen ohne Wasserkraftnutzung. Zukünftig sollen drei moderne, fischfreundliche Wasserkraftanlagen an der Spree betrieben werden, darunter eine Schauanlage im alten E-Werk, dem Ausgangspunkt Cottbuser Stromversorgung. Zusammengerechnet werden diese etwa über 500 kW Leistung verfügen.

Die Standorte bestehender Wasserkraftanlagen können Sie im Energie- und Klimaschutzatlas Brandenburg abrufen.