Lausitzer Braunkohlerevier Welzow Foto: Claudia Lippert

Braunkohle

Im Süden Brandenburgs und im Nordosten Sachsens liegt das Lausitzer Braunkohlerevier. Es ist nach dem Rheinischen Revier die zweitgrößte Braunkohlenlagerstätte in Deutschland. Die Braunkohle ist seit mehr als 150 Jahren der wichtigste einheimische Energierohstoff. Braunkohle ist ausreichend vorhanden und kann subventionsfrei oberflächennah im Tagebaubetrieb mit großen Schaufelrad- oder Eimerkettenbaggern gewonnen werden.


Aktuell werden im Land aus zwei Tagebauen – Jänschwalde und Welzow-Süd – jährlich rund 30 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert (im gesamten Lausitzer Revier sind es rund 60 Millionen Tonnen aus vier Tagebauen).

Verarbeitung

Die gewonnene Braunkohle wird zum größten Teil an die tagebaunah gelegenen Kraftwerke Schwarze Pumpe und Jänschwalde geliefert. Ein Teil der Kohle aus Welzow-Süd wird in der Veredelungsanlage Schwarze Pumpe zu Braunkohlenstaub, Briketts und Wirbelschichtkohle verarbeitet. Die beiden Braunkohlekraftwerke haben insgesamt eine Kapazität von 4.600 Megawatt. In ihnen wird die Braunkohle in Elektroenergie und Fernwärme umgewandelt und damit werden Kunden das ganze Jahr hindurch kontinuierlich beliefert.

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Beschäftigungswirkung

In der Braunkohlewirtschaft im Land Brandenburg sind rund 4.500 Menschen beschäftigt (im gesamten Lausitzer Revier sind es rund 8.000 Beschäftigte). Die Branche ist einer der größten privaten Arbeitgeber im Land, bei welchem zudem hohe soziale Standards gelten. Damit ist die Braunkohleindustrie ein Eckpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität der Lausitz. Ein politisch verordneter abrupter Ausstieg aus der Braunkohlenutzung würde zu großen Verwerfungen in der gesamten Region führen.

Klimaschutz

Mit der Stilllegung eines Großteils der Braunkohletagebaue und Kraftwerke, dem Neubau und der grundlegenden Modernisierung von Anlagen hat Brandenburg seit der politischen Wende 1990 einen großen Beitrag zur Erfüllung der internationalen Klimaschutzverpflichtungen Deutschlands geleistet. Damit verbunden war der Wegfall von 90 Prozent der Arbeitsplätze in dieser Branche. Mit der Überführung von Kraftwerksblöcken in die Sicherheitsbereitschaft und ihrer anschließenden Stilllegung wird die Brandenburger Braunkohlewirtschaft auch künftig zur CO2-Minderung beitragen.

Staatliche Aufsicht

Braunkohlenbergbau verändert die Landschaft nachhaltig. Er ist immer mit gravierenden Eingriffen in den Lebensraum von Mensch und Tier und in die Natur allgemein verbunden.
Aus diesem Grund unterliegen Tagebauplanungen und bergbauliche Tätigkeiten in Deutschland strengen rechtlichen Vorgaben. Für die Einhaltung dieser Vorschriften ist im Land Brandenburg das dem Ministerium für Wirtschaft und Energie nachgeordnete Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) zuständig.

Regionale Beteiligung

Zur Mitwirkung und regionalen Willensbildung bei der Braunkohlen- und Sanierungsplanung wurde in Brandenburg der Braunkohlenausschuss mit Sitz in Cottbus gebildet. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Arbeitskreisen und Gesprächsformaten unter Einbeziehung der von Tagebauen Betroffenen, die alle den Zweck verfolgen, im konstruktiven Dialog miteinander die negativen Auswirkungen des Kohleabbaus zu begrenzen. Das Ministerium für Wirtschaft und Energie und die gesamte Landesregierung nehmen die Interessen der Menschen vor Ort sehr ernst.

Die Braunkohle-Lagerstätte Jänschwalde / Cottbus-Nord befindet sich nordöstlich der Stadt Cottbus. Hier wird das zweite Lausitzer Flöz abgebaut. Im Tagebau Jänschwalde werden jährlich etwa 10 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut, die ausschließlich der Brennstoffversorgung des Kraftwerks Jänschwalde dienen. Am 01.01.2017 betrug der zum Abbau genehmigte Vorrat noch rund 68 Millionen Tonnen.

Die Braunkohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord wurde planmäßig zum 31.12.2015 beendet. Aus dem ausgekohlten Tagebau wird in den nächsten zehn Jahren mit dem Cottbuser Ostsee der größte Binnensee Deutschlands geschaffen.

Braunkohlenpläne und bergrechtliche Zulassungen
Braunkohlenplanverfahren Tagebau Jänschwalde-Nord

Nahezu 460 Millionen Tonnen Braunkohle lagern im Kohlefeld Welzow-Süd, nahe der Stadt Welzow. Die Kohle stammt aus dem zweiten Lausitzer Flöz. Im Tagebau Welzow-Süd werden etwa 20 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr abgebaut, die zur Versorgung des Kraftwerks Schwarze Pumpe und der Veredelungsanlage Schwarze Pumpe dienen.

Braunkohlenpläne und bergrechtliche Zulassungen
Braunkohlenpläne Welzow-Süd