Maisfeld in Ostbrandenburg Foto: MWE

Bioenergie

Brandenburg besitzt große Ressourcen für die Bioenergie. Bei der Stromproduktion stellt sie nach Windenergie und Photovoltaik den größten Anteil an erneuerbaren Energien im Land. Doch anders als bei der Energiegewinnung durch Wind und Sonne unterliegt sie keinen kurzfristigen Leistungsschwankungen. Einsatzbeispiele für die Bioenergie sind unter anderem die Verbrennung von Holz, Erzeugung und Nutzung von Biogas und die Nutzung von Klär- und Deponiegas.


Verbrennung von Holz

Derzeit gibt es in Brandenburg 18 große Holzheizkraftwerke. Diese stehen meist in der Nähe von holzverarbeitenden Betrieben. Dort nutzen sie neben Energieholz aus dem Wald auch Produktionsabfälle und liefern Strom und Wärme für den Betrieb. Ein Beispiel ist die BHW Beeskow Holzwerkstoffe GmbH in Beeskow. In einzelnen Fällen gibt es auch Holzheizkraftwerke zur Fernwärmeerzeugung wie beispielsweise in Rheinsberg. Insgesamt haben die 18 Anlagen eine installierte elektrische Leistung von etwa 140 MW.
Daneben sind in Brandenburg aktuell zehn Heizwerke mit mehr als 1 MW Feuerungswärmeleistung in Betrieb. Sie versorgen in der Regel Nahwärmenetze in kleineren Ortschaften oder größeren Gebäudekomplexen. Ein Beispiel hierfür ist das Johanniter-Krankenhaus in Treuenbrietzen Fläming.

Illustration Gewinnung von BioenergieFür eine größere Darstellung bitte auf das Bild klicken.

Erzeugung und Nutzung von Biogas

Biogas entsteht bei der Vergärung von Gülle, Mist und Pflanzen. Bisher war Mais die Hauptfrucht für Biogas. Seit einigen Jahren laufen jedoch erfolgreiche Bestrebungen, andere bodenfreundlichere Pflanzen einzusetzen. Biogas wird vorzugsweise vor Ort in Blockheizkraftwerken (BHKW) genutzt. Doch es lässt sich auch aufbereiten und in das Erdgasnetz einspeisen.
Die installierte elektrische Leistung aller knapp 400 Biogasanlagen in Brandenburg beträgt etwa 240 MW. Der erzeugte Strom wird im Regelfall in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Abwärme der BHKW wird zum Teil für den Biogasprozess benötigt. Sie kann aber auch für eine Nahwärmeversorgung genutzt werden. Beispiele hierfür sind das Bioenergiedorf Wahlsdorf bei Dahme/Mark und Feldheim bei Treuenbrietzen.

Nutzung von Klär- und Deponiegas

Deponiegas und Klärgas sind in ihrer Zusammensetzung dem Biogas sehr ähnlich. Sie enthalten viel brennbares Methan, den Hauptbestandteil von Erdgas. Deponie- und Klärgase entstehen durch Vergärung unter Luftabschluss. Dabei werden in den 12 für die Erzeugung von Deponiegas genutzten Deponien vor allem Lebensmittel- und Pflanzenreste zersetzt und in den 18 für die Klärgaserzeugung genutzten Kläranlagen Fäkalien. Heute dürfen keine gärfähigen Substanzen mehr auf Deponien verbracht werden. Deshalb geht die Gasbildung im Laufe der Jahrzehnte zurück. Klär- und Deponiegase werden in Motoren zur Stromerzeugung eingesetzt.

Darüber hinaus bestehen in Brandenburg noch sechs Anlagen zur Erzeugung von Bioethanol und Biodiesel, die nahezu ausschließlich als Kraftstoffe für den Verkehr eingesetzt werden.

Die Standorte größerer Bioenergieanlagen sowie die Orte mit kleinen Holzheizungen sind im Energie- und Klimaschutzatlas Brandenburg erfasst.