Künftige "Cottbuser Ostsee" Foto: Claudia Lippert

Zukunft der Lausitz

Die Lausitz ist eine wirtschaftlich starke Region, die geprägt ist von der Braunkohle. In der gesamten Lausitz, die sich von Südbrandenburg bis Ostsachsen erstreckt, hängen rund 24.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Braunkohle ab. Viele Unternehmen sind auch als Zulieferer oder Dienstleister für die Braunkohleindustrie tätig.


Die Lausitz ist aber auch schon heute mehr als eine Braunkohleregion: Sie ist eine attraktive Industrieregion. Dazu haben nicht nur die Unternehmen der Energiebranche, sondern auch die Firmen der Kunststoff- und Chemieindustrie, der Metallbranche sowie Ernährungswirtschaft beigetragen. Sie hat sich zudem zu einem immer gefragteren Reiseziel entwickelt.

Die Braunkohleverstromung hat nach wie vor zentrale Bedeutung und bleibt als Brückentechnologie unverzichtbar. Doch die Region steht zweifellos vor einem wirtschaftlichen Wandel. Dieser wird sich über viele Jahre erstrecken. Um den Strukturwandel weiter voranzutreiben, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Es gilt, Innovationen auf den Weg zu bringen, Erweiterungen bestehender Unternehmen, Gründungen sowie neue Ansiedlungen anzuschieben. Die Region muss sich breiter ausrichten, muss noch attraktiver werden für Unternehmen, Gründer und Fachkräfte. Und die dort ansässigen Betriebe müssen mit neuen Produkten und Dienstleistungen neue Märkte erschließen.

Die brandenburgische Landesregierung will im engen Schulterschluss mit der sächsischen Staatsregierung der Strukturentwicklung in der Lausitz zusätzliche Impulse und mehr Dynamik verleihen und sie zu einer Modellregion des Strukturwandels entwickeln. Beide Länder unterstützen die sechs Landkreise der Lausitz und die kreisfreie Stadt Cottbus bei der Gründung der länderübergreifenden Wirtschaftsfördergesellschaft Wirtschaftsregion Lausitz und fördern sie mit je 150.000 Euro pro Jahr. Zudem haben Brandenburg und Sachsen bei ihrer gemeinsamen Kabinettsitzung am 13. Juni 2017 als Teil der Lausitzstrategie das Grundsatzpapier "Gemeinsam für die Zukunft der Lausitz" beschlossen.

Das Brandenburger Kabinett hat für den hiesigen Teil der Lausitz zudem konkrete Einzelprojekte beschlossen, die der vom Bundeswirtschaftsministerium zugesagten Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ vorgelegt werden sollen. Für die Kommission und die örtlichen Akteure wurde Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer zum Ansprechpartner für die Belange der Lausitz ernannt. Die Projektliste soll beispielhaft die strukturpolitischen Prioritäten Brandenburgs aufzeigen. Eine Umsetzung kann nur mit Unterstützung des Bundes gelingen. Für den Zeitraum bis 2024 erwarten Brandenburg und Sachsen von der Bundesregierung für die Lausitz einen Ausgleich von mindestens 1,2 Milliarden Euro über bereits verabredete Infrastrukturprojekte hinaus.

Dabei soll die Projektliste auch den weiteren Arbeitsprozess strukturieren. Die prioritären Projekte und Maßnahmen sind den fünf Handlungsschwerpunkten „Infrastrukturentwicklung“, „Innovation, Forschung und Wissenschaft“, „Wirtschaftsförderung und -entwicklung“, „Fachkräfteentwicklung“ sowie „Marketing, Kultur, Kunst und Tourismus“ zugeordnet.

Prioritäre Projekte und Maßnahmen zur Unterstützung des Strukturwandels in der Lausitz (Teil Brandenburg)

Größtes Testzentrum für automatisiertes Fahren in Europa

Minister Gerber besucht Dekra Technology Center, das im November den Lausitzring übernimmt

Der Leiter des Dekra Technology Centers, Volker Noeske (links) erläutert Wirtschaftsminister Gerber die Pläne der Dekra.

Der Leiter des Dekra Technology Centers, Volker Noeske (links) erläutert Wirtschaftsminister Gerber die Pläne der Dekra.


„Das ist eine große Chance für die Entwicklung der Lausitz“, sagte Minister Gerber bei seinem ersten Besuch des Dekra Technology Centers seit der Verkündung der Übernahmepläne im Juli. „Hier findet bald die Erprobung absoluter Zukunftstechnologien statt.“ Die unabhängige Sachverständigenorganisation Dekra will die Rennstrecke in Klettwitz sowie bislang noch ungenutzte Flächen im November 2017 übernehmen und auf der Fläche von insgesamt 540 Hektar das größte unabhängige Zentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren in Europa errichten. „Das ist ein gutes Signal für die Lausitz und auch ein gutes Signal für Brandenburg“, sagte Minister Gerber. Damit biete sich eine völlig neue, zukunftsorientierte Perspektive für das unweit von Senftenberg gelegene Rennstreckengelände. Mit ihrem Technology Center in unmittelbarer Nähe des Lausitzringes sei die Dekra bereits seit Jahren ein verlässlicher Partner am Standort. Von den angekündigten Investitionen in Höhe von 30 Millionen Euro seien die Sicherung und der Aufbau hochwertiger Arbeitsplätze zu erwarten. Dass in der Lausitz nunmehr ein Entwicklungszentrum für die Mobilität der Zukunft entstehe, biete zusätzliche Chancen für die Entwicklung der Energie- und Innovationsregion Lausitz.

Filmische Reise durch die Innovationsregion Lausitz

Der bekannte Moderator Max Moor hat die Lausitz besucht und sich mit Gründern, Unternehmern, Forschern und Rückkehrern unterhalten. Im Auftrag der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) ist daraus ist ein Mut machender Kurzfilm entstanden über eine Region im Wandel.