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Energiestrategie 2030

Die Energiestrategie 2030 beschreibt, wie sich die Brandenburger Energieversorgung bis zum Jahr 2030 entwickeln soll.


Die Energiestrategie 2030 setzt neue Schwerpunkte bei der Systemintegration der erneuerbaren Energien. Die Landesregierung hat die Energiestrategie im Jahr 2012 verabschiedet. Aktuell wird sie evaluiert. Bis zum Sommer 2017 soll sie an die geänderte europäische und bundespolitische Rechtssetzung angepasst werden.

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Wesentliche Ziele der Energiestrategie 2030:

Der Endenergieverbrauch soll bis 2030 um 23 Prozent sinken. Das entspricht durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr. Endenergie ist die Energie, die den Verbrauchenden nach Produktion und Transport zur Verfügung gestellt wird. Verbrauchende sind private Haushalte, Industrie, Verkehr und der Sektor Gewerbe, Handel, Dienstleistungen (GHD).

Bis zum Jahr 2030 sollen erneuerbare Energien einen Anteil von 40 Prozent am Endenergieverbrauch betragen.

Der Primärenergieverbrauch soll um 20 Prozent sinken. Primärenergien sind unter anderem fossile Energieträger wie Braunkohle, Steinkohle, Erdgas und Erdöl, erneuerbare Energien wie Biomasse, Wasserkraft, Sonnenenergie und Windenergie. Diese Energien werden umgewandelt und erreichen die Verbrauchenden als Endenergie. Bis 2030 sollen die erneuerbaren Energien einen Anteil von mindestens 32 Prozent am Primärenergieverbrauch ausmachen.

Maßnahmen

Für eine bessere Systemintegration der erneuerbaren Energien müssen sowohl der Netzausbau als auch die Entwicklung der Speichertechnologien verstärkt werden. Neben der Herausforderung eine sichere Energieversorgung rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr zu garantieren, muss die Energie aber auch weiterhin bezahlbar bleiben. Deswegen wird die Braunkohle noch für einen längeren Zeitraum gebraucht. Die Braunkohleverstromung ist als Brückentechnologie so lange notwendig, bis die erneuerbaren Energien wirklich eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung sicherstellen können.

Die CO2-Emissionen sollen gegenüber dem international üblichen Referenzjahr 1990 bis 2030 um 72 Prozent sinken. Das entspricht einem Rückgang auf 25 Millionen Tonnen. Forschung und Entwicklung zu Energie und Klima werden auch weiterhin nachdrücklich unterstützt. Die Energiestrategie 2030 sieht eine Beteiligung der unterschiedlichen Interessengruppen vor und soll die Akzeptanz für die notwendigen Maßnahmen fördern.

Gutachten zur Aktualisierung der Energiestrategie 2030 liegen vor


Zwei Gutachten der Prognos AG, die eine wichtige Grundlage für die Aktualisierung der „Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg“ sind, können ab sofort online abgerufen werden.

Mit diesen Gutachten liegen alle wichtigen Entscheidungsgrundlagen für eine Aktualisierung der Energiestrategie 2030 auf dem Tisch. Auf deren Basis wird das Wirtschafts- und Energieministerium nun einen Entwurf zur Aktualisierung der Strategie erarbeiten und nach den Sommerferien vorlegen. Danach wird das Ministerium dem Landtag, den Kammern und relevanten Verbänden sowie weiteren Trägern öffentlicher Belange Gelegenheit geben, zu dem Entwurf Stellung zu nehmen.

Die zwei Gutachten der Prognos AG:


Der Endbericht zur „Evaluation und Weiterentwicklung des Leitszenarios und Abschätzung der Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte“ zeigt in drei Szenarien die Entwicklungsmöglichkeiten des Energiesektors in Brandenburg bis 2030 auf.

Das zweite Gutachten „Katalog der strategischen Maßnahmen für die Umsetzung der Energiestrategie 2030 des Landes Brandenburg“ ist das Ergebnis eines im vergangenen Jahr gestarteten Prozesses zur Überarbeitung und Anpassung des Maßnahmenkatalogs. Hierbei wurden in sechs Fachgesprächen mit den Ministerien und nachgeordneten Einrichtungen sowie fünf Fachworkshops mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Verwaltung eingebunden. Der Katalog der strategischen Maßnahmen dient als Handbuch für die Umsetzung der Energiestrategie 2030.