Collage verschiedener Clusterbilder Bild: MWE

Branchen und Cluster

Wollen Unternehmen innovative Projekte realisieren, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Im Schulterschluss von Politik, Kammern, Verbänden und engagierten Unternehmen setzt das Land auf regionale Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Mit wachsendem Erfolg.


In Umsetzung der regionalen Innovationsstrategie des Landes Brandenburg (innoBBplus) wurden sogenannte Cluster (Verbünde von Unternehmen und Institutionen in wichtigen Wachstumsfeldern) gebildet. Dafür sind die Kompetenzfelder unter den Schlüsselbranchen ausgewählt worden, die die größten wirtschaftlichen Potenziale aufweisen. Es gibt fünf länderübergreifende innovative Cluster von Berlin und Brandenburg und vier eigenständige Brandenburger Cluster, die spezifische Stärken des Bundeslandes widerspiegeln. 

Berlin-Brandenburg Cluster:

Energietechnik

Gesundheitswirtschaft

Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), Medien- und Kreativwirtschaft

Verkehr, Mobilität und Logistik

Optik und Photonik

Brandenburger Cluster:

Ernährungswirtschaft

Kunststoffe und Chemie

Metall

Tourismus


Forschung und Fachkräfte

In der Metall- und Elektroindustrie sind die neuen Herausforderungen der Automatisierung und Digitalisierung besonders deutlich zu spüren. Daher ist die Verfügbarkeit von Hochschulabsolventen und Fachkräften für viele Unternehmen ein entscheidender Standortfaktor. Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg verfügt mit über 50 Hochschulen, 22 Instituten der Leibniz-Gemeinschaft, sieben Instituten der Fraunhofer- und acht Instituten der Max-Planck-Gesellschaft über die höchste Forschungsdichte Deutschlands. Unternehmen des Clusters Metall nutzen das Know-how für neue Produkte, Verfahren und Materialien, um sich ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Die fünf Berlin-Brandenburg-Cluster und die vier Brandenburger Cluster ermöglichen Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Sozialpartnern, Politik und anderen, sich auf kurzem Wege auszutauschen. So können sie gemeinsame Strategien entwickeln und sich zu Projektverbünden zusammenschließen. Als Akteure der Cluster teilen die Unternehmen ihre Fachkompetenz innerhalb der entsprechenden Region. Diese Zusammenarbeit schafft Kosten- und Qualitätsvorteile. Unternehmen können ihre Potenziale im Verbund wettbewerbsfähiger organisieren. Das dokumentieren zahlreiche Beispiele, unter anderem:

  • Cluster Gesundheitswirtschaft: Optik und Medizintechnik entwickeln zusammen neue innovative Bildgebungsverfahren für die Endoskopie (ausgezeichnet mit dem Innovationspreis Berlin Brandenburg 2016).
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP: entwickelt neue Produkte mit Unternehmen des Clusters Kunststoffe und Chemie.
  • Ein mittelständischer Marktführer für Transportanhänger schafft gemeinsam mit einem Hochschulpartner die Grundlage für einen interaktiven, webgestützten Ersatzteilekatalog.
  • Ein Spezialist für Faserverbundstoffe rüstet die Deutsche Bahn mit Hightech-Heizungen aus – dank der Kooperation mit Forschern aus der Region.
  • Drei Partner aus Wirtschaft und Forschung betreiben die derzeit größte Flotte elektrischer Fahrzeuge und untersuchen, wie die Autos überschüssige Energie ins Netz zurückspeisen können.
  • Gemeinsam mit Forschern der Fraunhofer Gesellschaft hat ein Kunststoff- und Gummiverarbeiter eine Möglichkeit gefunden, die Festigkeit von großen Gummidichtungen zu erhöhen.
  • Ein junges Start up-Unternehmen optimiert eine Sauerstoffsonde für Anwendungen in der Medizin und arbeitet dabei eng mit einer Hochschule zusammen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind schier unbegrenzt – von der Human- und Tiermedizin, der Pharmaforschung bis hin zur Verpackungsindustrie.
Das Ergebnis- und Wirkungsmonitoring zeigt bereits eine große Zahl von innovativen Projekten in den Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen an. Die Clusterstrategie hat sich damit bewährt.